Die #1 Regel für die Zusammenarbeit mit Männern

Es gibt einen Schlüssel die für eine gelungene Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis

Okay, vorweg: Männlich und weiblich sind fliessende Begriffe. Ich selber bin sehr gegen diese entweder-oder Klassifizierung, aber in einem Punkt finde ich sie sehr hilfreich: Wenn es darum geht, Verhaltensweisen von männlichen Arbeitskollegen zu verstehen, zu interpretieren und mich selber zu positionieren.

Es gab eine Zeit in meinem Arbeitsleben, als ich noch nichts von dieser #1 Regel wusste. Damals als junge Managerin passierten immer wieder Situationen, die ich nicht deuten konnte und die mich verwirrten. Wieso unterbrach mich der Kollege immer? Er tat das bei sonst niemandem und privat verstanden wir uns auch sehr gut – warum musste er mir im Meeting immer das Wort stehlen?

Wieso wurden meine Inputs regelmässig überhört? Wenn ein Kollege das gleiche ein paar Minuten später sagte, bekam er dafür Applaus!

Wieso wurden so absolut nicht nachvollziehbare Entscheidungen getroffen?


Als ich mich näher mit dem Thema Verhaltenspsychologie befasste, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Da gab es also gewisse Tendenzen, die Männer von Frauen unterschieden. Zuerst passte mir das gar nicht, weil ich mich selber absolut nicht als typisches Frauchen bezeichnete, wenn ich diese Theorien sozusagen als Arbeitshypothese akzeptierte, dann ergaben so viele Situationen für mich plötzlich einen Sinn.

Und zwar der Haupt-Unterschied im Rudelverhalten von Männern und Frauen ist: Männer orientieren sich nach Status (Rang und Revier), während wir Frauen uns nach Beziehungen orientieren (wer mag wen oder nicht).

Wo wir Frauen ein horizontales Netz aus Beziehungen sehen, sehen die Männer eine vertikale Hierarchie.

Wir nutzen Kommunikation, um Beziehungen herzustellen, während Männer Kommunikation nutzen, um sich nach unten abzugrenzen bzw. nach oben zu orientieren.

Klick! Da fiel bei mir der Groschen.


Wenn mich mein Freund im Meeting immer unterbricht, dann stelle ich die Beziehung infrage, während er einfach seine Rangordnung im Team festigen will. Für ihn ein komplett selbstverständliches Verhalten. Für mich purer Wahnsinn. Man lässt doch die anderen ausreden!

Aber wer stellt eigentlich solche Regeln auf? Beobachte mal, wer wen unterbricht und wer es sich gefallen lässt, unterbrochen zu werden. Dann hast du die Rangordnung bereits herausgefunden.

Was wir Frauen nicht wissen: Wir sind auch irgendwo in der Hierarchie. Wenn wir ernst genommen werden jedenfalls. Das heisst es liegt auch an uns, uns zu positionieren. Erst wenn wir einen anständigen Platz in der Hierarchie haben, werden unsere Beiträge in Meetings ernst genommen, werden wir für wichtige Aufträge ausgewählt und bekommen auch die Anerkennung, die wir verdienen.


Wie können wir diese Erkenntnis umsetzen?

  • Wenn du sprichst, richte dich an die Nr. 1 im Raum. Das schafft Verbundenheit und du wirst weniger unterbrochen.

  • Verbringe Zeit mit höherrangigen Personen! Deren Glanz färbt auf dich ab. Setz dich in der Kantine zu ihnen, plaudere bei der Kaffeemaschine mit ihnen, nutze die Zeit vor dem offiziellen Meeting-Beginn zum Smalltalk.

  • Nutze jede Gelegenheit, um deinen Status zu verbessern. Dein Bild in der Kundenzeitschrift, deine Präsentation bei der Geschäftsleitung, dein Artikel im Intranet.

Es gibt noch 1'000 mehr Möglichkeiten, deinen Status zu verbessern: Über Körpersprache, verbale Formulierungen, Kleidung, etc. Mehr dazu in den kommenden Artikeln. Falls du meinen Podcast noch nicht kennst, unbedingt reinhören!

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Sandra aus Pfungen, Sozialarbeiterin FH

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